Montag, 27. Juli 2026

[Rezension] Das Reich der Vampire: A Tale of Blood and Darkness - Jay Kristoff

Das Reich der Vampire - A Tale of Blood and Darkness

Originaltitel: Empire of the Vampire
Autor: Jay Kristoff
Verlag: FISCHER Tor
Reihe: 1/3
Seitenzahl: 1024 Seiten
Erscheinungsdatum: Juni 2022
Preis: 30,00 €

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Inhalt:
Vor 27 Jahren ging die Sonne unter – und seitdem sind die Armeen der Vampire auf dem Vormarsch. Stück für Stück haben sie ihr ewiges Reich ausgedehnt und den Menschen den Boden streitig gemacht, bis nur noch an wenigen Orten ein unbeschwertes Leben möglich ist. Kleine Inseln des Lichts in einem Meer aus ewiger Finsternis.
Als der junge Gabriel de León sein Heimatdorf verlassen muss, führt ihn sein Weg nach San Michon, zum Orden der Silberwächter, einer heiligen Bruderschaft, die das Reich und die Kirche gegen den Ansturm der Bestien verteidigt. Und noch ahnt er nicht, dass er zur größten Legende des Ordens werden wird – und zur letzten Hoffnung einer sterbenden Welt.  
Text und Bildquelle: FISCHER TOR
 
Rezension:
Vor siebenundzwanzig Jahren bebte der Boden und ein Schatten schob sich vor die Sonne. 
Das Tageslicht schwand und die Dunkelheit blieb.
Der Tagestod sorgte dafür, dass die Blutsippen nun auch am Tage umherstreifen konnten, und die Vampire bedrohten die sowieso schon von Kälte und Hungersnöten geplagte Menschheit. 
Gabriel de León war acht Jahre alt, als der Tagestod die Welt verdunkelte, und fünfzehn, als er herausfand, dass sein Vater ein Vampir war.
Er wird in den Silberorden von San Michon aufgenommen und ausgebildet. 
Zwanzig Jahre später erzählt er die Geschichte seines aufregenden Lebens.

"Das Reich der Vampire - A Tale of Blood and Darkness" von Jay Kristoff ist der erste Band der Empire of the Vampire Trilogie, der aus der personalen Erzählperspektive des fünfunddreißig Jahre alten Gabriel de León erzählt wird, der wiederum seine Lebensgeschichte aus der Ich-Perspektive erzählt. 

Jay Kristoff hat einen ganz eigenen Schreibstil, den ich sehr mochte! Es ist vulgär, es ist sarkastisch, und ich mochte den dunklen Humor! Die Beleidigungen waren wieder sehr originell, was ich doch echt mag an seinen Büchern!
Hier gab es nicht nur zwei Karten, sondern auch Illustrationen von den Charakteren und einiger Szenen, die immer wieder in die Geschichte eingeflossen sind und diese perfekt untermalt haben!
Die Welt, die man gemeinsam mit Gabriel durchstreift, ist sehr düster und kalt. Seit die Sonne hinter den Schatten verschwand, wachsen nur noch Pilze und Kartoffeln richtig gut. 
Es herrscht selbst im Frühjahr der tiefste Winter, und die vier Blutlinien der Vampire breiten sich aus und schlachten die Menschen ab. Manche erheben sich nach ihrem Tod, werden zu Edelblütern, andere zu Elenden.
Der Silberorden von San Michon hat die Aufgabe, sich den Vampiren zu stellen. Sie haben sich dem Erlöser verschrieben, sind gläubig und ziehen ihre Kraft aus ihrem Glauben. 
Die Silberwächter sind Bleichblüter, haben einen vampirischen Vater, der einige Fähigkeiten an sie weitervererbt hat.
Ihre Wunden heilen schneller, sie sind widerstandsfähiger und haben noch einzigartige Talente, je nach Blutlinie, der der Vater angehört.
Die Eisenherzen vom Blut Voss haben Körper aus Stahl und können Gedanken lesen, die Schäfer vom Blut Chastain können Tieren ihren Willen aufzwingen. Dann gibt es die Flüsterer vom Blut Ilon, die Gefühle manipulieren können, und die Ungezähmten vom Blute Dyvok, die noch stärker sind als die normalen Eisblüter.

Die Welt war sehr komplex, was ich mochte und die Geschichte wurde auf zwei Zeitebenen erzählt. 
Insgesamt ist das Buch in sechs Bücher unterteilt, und Gabriel erzählt abwechselnd, wie er als fünfzehn Jahre alter Junge zum Silberorden gekommen ist und als Anwärter seine ersten Abenteuer erlebt hat.  
Und dann, wie er mit zweiunddreißig Jahren auf eine alte Bekannte traf und sich ihrer Mission anschloss, den Tagestod zu beenden. 
Er erzählt seine Geschichte als gefangener Mann, und der Historiker Jean-François vom Blut Chastain ist sein Zeuge.

Ich mochte das Buch einerseits richtig gerne, eben weil es so komplex war, andererseits ist es auch kein Buch, das man mal eben so weglesen kann.
Es war einfach sehr lang und zwischenzeitlich auch echt langatmig. 
Ich mochte die Geschichte des jungen Anwärters Gabriel lieber. Da hatte er noch seinen Glauben und wollte Ruhm ernten. Siebzehn Jahre später war er gebrochen. Er war schon immer ungestüm, aber man merkt, dass das Leben ihn hart gemacht hat und er zum Teil auch sehr gemein gegenüber seinen Reisegefährten wurde. Was man aber auch komplett nachvollziehen konnte. Er war zum Teil schonungslos ehrlich.
Generell ist Gabriel de León eine sehr spannende Person! Er wurde früher als Held gefeiert, der legendäre Schwarze Löwe des Silberordens, der viele Schlachten geschlagen hat. 
Man erfährt seine Geschichte, seine Anfänge. Wie er Teil des Ordens wurde, warum er diesen verlassen hat. Warum er auf eine Reise gegangen ist, die so anders verläuft als er es sich ausgemalt hat. 
Er ist definitiv kein Sympathieträger, aber immer ehrlich, und er ist mir doch ans Herz gewachsen! 
Ich mochte seinen Weg und fand es toll zu sehen, dass er wieder etwas gefunden hat, wofür es sich zu kämpfen lohnt
Zwischenzeitlich hatte man echt die Hoffnung aufgegeben, dass alles ein gutes Ende nehmen kann, weil jedes Mal, wenn Licht am Ende des Tunnels schien, wieder etwas passierte, das die Lage verschlimmert hat! 
Ich konnte echt mit Gabriel mitfiebern und ich bin auch sehr neugierig, wie es mit ihm im zweiten Band weitergehen wird. Ich bin mir aber noch nicht ganz sicher, ob ich weiterlesen werde, weil die Folgebände ja auch sehr umfangreich sind. Aber da noch viele Fragen offen sind, bin ich doch sehr gespannt, wie es weitergehen wird!

Fazit:
"Das Reich der Vampire - A Tale of Blood and Darkness" von Jay Kristoff ist ein guter Auftakt der Empire of the Vampire Trilogie!
Mir persönlich war es etwas zu langatmig, aber die Geschichte war sehr komplex und einfach richtig gut erzählt! 
Ich mag Jay Kristoffs Schreibstil eh sehr gerne, es wird nichts beschönigt, ist vulgär und der Humor ist genial!
Auch Gabriel de León mochte ich sehr, eben weil er kein Sympathieträger ist. Er hat viel durchgemacht und ich fand seinen Weg echt spannend, und ich mochte es, dass er wieder etwas findet, wofür es sich zu kämpfen lohnt!
Ich vergebe vier Kleeblätter und bin doch gespannt wie es mit Gabriel weitergehen wird!
  
Reiheninfo:
Das Reich der Vampire - A Tale of Blood and Darkness
Das Reich der Verdammten - A Tale of Pain and Hope
Das Reich der Dämmerung - A Tale of Shadows and Betrayal

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