Donnerstag, 5. November 2026

[Rezension] Das Reich der sieben Höfe: A Court of Splintered Harmony - Sarah J. Maas

Das Reich der sieben Höfe - A Court of Splintered Harmony
Originaltitel: A Court of Splintered Harmony
Autor: Sarah J. Maas
Verlag: dtv
Reihe: 5/6
Seitenzahl: 480 Seiten
Erscheinungsdatum: Oktober 2026
Preis: 30,00 €

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Inhalt:
Tief im Herzen des Kontinents regt sich Koschei der Ewige. Obwohl er seit Jahrtausenden an einen Gebirgssee gebunden ist, breitet sich die schleichende Bedrohung seiner Rückkehr nun über die Länder der Fae aus und zieht mächtige Verbündete an, die entschlossen sind zurückzuerobern, was einst ihnen gehörte: die Länder der Sterblichen.
Der Nachthof wird nicht tatenlos zusehen, während Unschuldige angegriffen werden. Doch da Prythian sich nach dem verheerenden Krieg gegen Hybern erst langsam wieder erholt, erweist sich die Aufgabe, eine Einheit zu schmieden, mit jedem Tag als schwieriger.
Hinzu kommt, dass diejenigen, die den Hof der Nacht regieren und beschützen, durch die jüngsten Vertrauensbrüche und enthüllten Wahrheiten tief erschüttert sind. Die Gräben, die sie trennen, erscheinen unüberwindbar.
Doch um Koscheis schleichenden Schatten zu besiegen, müssen sie einen Weg zurück zueinander finden und ihre früheren Bündnisse wiederbeleben. Um zu überleben, müssen sie einen Weg finden, ihre zerbrochene Harmonie wiederherzustellen.
Text und Bildquelle: dtv
 
Rezension: 
Drei Wochen ist es her, dass Nesta Bryce Quinlan die Maske der Schreckenstruhe ausgehändigt hat, damit Bryce ihre Welt retten konnte.
Doch in ihrer eigenen Welt brodeln die nächsten Konflikte, denn Koschei der Ewige regt sich. 
Ein neuer Krieg braut sich zusammen, und während Rhys und Feyre verzweifelt nach Verbündeten suchen, heizt sich die Stimmung an ihrem eigenen Hof ebenfalls auf. 
Werden sie einen neuen Krieg abwehren können, oder zerbrechen die Freundschaften und Bündnisse an Vertrauensbrüchen?

"A Court of Splintered Harmony" von Sarah J. Maas ist der erste Teil einer Geschichte, die vier Teile umfassen und in drei Büchern abgedruckt werden wird.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der High Lady des Hofes der Nacht, Feyre Archeron, erzählt und aus den personalen Erzählperspektiven ihrer Schwester Nesta, des Schattensängers Azriel und des Generals Cassian. Kleine Einsicht bekamen wir auch in die Perspektiven von Lucien Vanserra, der Walküre Gwyn und Morrigan.
Zudem gab es drei Bonusszenen am Ende des Buches, die zum ersten Mal gesammelt veröffentlicht wurden und die aus den Perspektiven von Nesta und Cassian, Feyre und Azriel erzählt werden. 

Ich war ja sehr neugierig auf diesen neuesten Ausflug in das Reich der sieben Höfe und bin ohne große Erwartungen an das Buch herangegangen. 
Ich fand es gut, dass Sarah J. Maas im Vorwort deutlich darauf hinweist, dass dieses Buch kein eigenständiger Band ist, sondern nur der Auftakt einer viel größeren, viel längeren Geschichte, die eben in vier Teilen erzählt wird.
Sie wollte die Reise ihrer Charaktere nicht kürzen, sondern sie so ausschweifend erzählen, wie sie es verdient haben, und ich muss sagen, dass die Reise keine einfache war, eben weil es besonders am Anfang langatmig war, aber die Handlung nahm immer mehr an Fahrt auf und konnte mich besonders zum Ende hin richtig mitreißen! Ich möchte am liebsten sofort mit dem zweiten Teil weitermachen, weil ich so gespannt bin, wie es weitergehen wird. 
Hier kann ich sagen, dass die Geschichte definitiv Zeit braucht, um sich zu entfalten, es sich aber auch lohnt, ihr die Zeit zu geben!

Der Titel des Buches ist leider Programm, denn nicht nur auf dem Kontinent entstehen neue Konflikte, in die sich Feyre und Rhysand einmischen, auch an ihrem eigenen Hof der Nacht ist die Stimmung schlecht, disharmonisch.
Waren Rhys und seine Freunde sonst eine unbezwingbare Einheit, die sich immer gut verstehen und wie eine große Familie füreinander sind, so klingen nun erste Misstöne durch. 
Besonders Nesta wird momentan geachtet, nachdem sie eigenmächtig die Maske aus der Schreckenstruhe an Bryce weitergegeben hat. Sie und Cassian haben sich entfremdet, und Nesta verfällt wieder in frühere Muster, sondert sich von den anderen ab.
Aber es gibt auch noch weitere Streitigkeiten, und ich muss sagen, dass Feyre mir zwischendurch echt unsympathisch war. Egoistisch und zu bestimmend. Aber zum Ende hin hat sie mir wieder besser gefallen, und das war ja auch erst der erste Teil einer langen Reise. 
Die Perspektiven von Cassian und Nesta mochte ich echt gerne, bei Azriel weiß ich noch immer nicht so genau, was ich von ihm halten soll. Und ich bin gespannt, ob hinter der angespannten Stimmung am Hof der Nacht nicht noch mehr steckt. 

Ich fand es schön, dass wir in so viele Perspektiven eintauchen durften, obwohl ich mich damit oft schwer tue, eben weil es mir meist doch zu oft hin und her geht. Aber hier fand ich es spannend, auch weil wir Einblick in neue Perspektiven bekommen haben.
Wir erfahren mehr über Azriels Hintergründe, aber ich hatte noch nicht das Gefühl, ihn richtig kennengelernt zu haben, weil er vieles noch in seinen Schatten behält.

Ich muss ja sagen, dass ich immer sehr gehofft habe, dass Lucien und Elain doch noch zueinanderfinden werden, und so bin ich von der Entwicklung bisher noch nicht wirklich begeistert, aber ich hoffe, dass es weiter in die Richtung geht, die sich am Ende gezeigt hat. 
Generell habe ich diese angedeutete Liebesgeschichte nicht wirklich gefühlt. 
Aber vielleicht ist genau diese Entwicklung ja auch ein wichtiger Aspekt der Reise, die die Charaktere nehmen müssen, und ich hoffe sehr, dass wir im nächsten Teil auch aus Elains Perspektive lesen dürfen. 
Sie wurde immer unterschätzt, und ich hoffe, dass sie endlich ihr Potenzial entfalten kann! Da macht mir das Ende aber doch Hoffnung!

Der Konflikt rund um Koschei konnte mich noch nicht so begeistern und auch die Geschehnisse auf dem Kontinent fand ich noch nicht so spannend. 
Ich konnte es zwar schon nachvollziehen, warum Feyre nicht lockerlassen kann, sich einmischen will, aber ich mochte diesen Handlungsstrang noch nicht besonders.
Aber es geschehen besonders zum Ende hin noch viele spannende Dinge, besonders Nestas Handlungsstrang konnte mich packen, und ich habe einfach das Gefühl, dass der nächste Teil richtig gut wird! 
Dieser erste Teil war vielleicht noch etwas zäh, aber ich bin schon ganz kribbelig, weil ich spüre, dass da was Großes lauert, etwas, das richtig gut wird!

Fazit: 
"A Court of Splintered Harmony" von Sarah J. Maas war kein Highlight für mich, da bin ich ehrlich. 
Am Anfang fand ich es etwas zäh und langatmig, und ich fand es auch etwas schade, dass die Stimmung am Hof der Nacht nicht so gut ist wie sonst.
Aber! Das Buch ist ja nur der erste Teil einer neuen Geschichte, und je mehr ich gelesen habe, desto stärker konnte mich auch diese Geschichte mitreißen!
Sie braucht Zeit, um sich zu entwickeln, etwas, worauf Sarah J. Maas schon im Vorwort hingewiesen hat, und spätestens am Ende war ich wieder richtig begeistert!
Ich mag den Weg, der eingeschlagen wird, hoffe immer noch, dass ich die Liebesgeschichte zu lesen bekomme, die ich mir seit Jahren wünsche. Aber ich finde es auch sehr spannend, Einblick in so viele Perspektiven bekommen zu haben und auch, dass es auch nicht immer harmonisch am Hof der Nacht zugeht.
Ich glaube, dass der nächste Teil richtig gut wird und vergebe vier Kleeblätter für einen doch vielversprechenden ersten Teil! 

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